Familie Peter

(später auch Petri und Petreius)

 

Der Familienname Peter taucht in der Langendorfer Geschichte relativ früh auf. Das erste nachweisbare Familienmitglied war Heinrich Peter, der im Jahr 1391 starb.

Nach diversen Rechnungsbelegen der Abtei Fulda lässt sich belegen, dass er in Langendorf Lehensgüter der Benektiktinerabtei Fulda besaß.

Er hatte mindestens zwei Söhne. Zum einen den älteren Hinz Peter, der sich in Weyers bei Fulda ansässig machte und zum anderen den jüngeren Hennel (Johann) Peter, der die Langendörfer Güter übernahm.

Dieser Hennel Peter übergab wiederum den Besitz seinem Sohn Petrus Peter (auch Eitel Peter). Sein zweiter Sohn Johann Peter war der erste Drucker dieser Familie.


In Langendorf geborene Drucker der Familie Peter

Peter, Johann
(Petri, Johannes)
* 1441 in Langendorf,
gest.  1511 in Basel




 

 

 

 

Aus seiner Jugendzeit in Langendorf ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Es gilt als wahrscheinlich, dass er die Druckkunst in Mainz, noch zu Gutenbergs Tätigkeiten gesehen hat. Danach hat er wie wir mittlerweile wissen als "Wanderbuchdrucker" in Passau gewirkt und wanderte schließlich nach Basel aus, wo er vor seiner Selbständigkeit eine Druckergemeinschaft mit Johannes Froben aus Hammelburg und Johannes Amerbach einging.

 

So und in ähnlicher Form verwendetes Gemeinschaftsdruckerzeichen von Amerbach, Froben und Petri.





Petri, Adam
* 1454 in Langendorf
gest. 1527 in Basel


 

 

 

 

 

                           

Neffe des Johannes Petri arbeitete in der Basler Druckerei mit und übernahm diese nach J.P´s Tod. Erste Erwähnung als Drucker findet sich 1505. Das Bürgerrecht erwarb er in Basel 1507. Adam P. druckte bedeutende Werke vor allem von Martin Luther.  Holzschnittbordüren und -initialen von den Künstlern Urs Graf und Hans Holbein schmücken viele seiner Drucke. Adam´s Witwe heiratete den Gelehrten Sebastian Münster, der später die "Cosmographia" schrieb, die schließlich auch bei den Petri´s gedruckt wurde. 

 

Unter Adam entstand das eigentliche in einigen Variationen existierende Verlagsdruckerzeichen.








Petreius, Johannes
* 1497 in Langendorf
gest. 1550 in Nürnberg






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannes Petreius wurde in Langendorf als der Enkel von Petrus Peter geboren, der ein Bruder des Johannes Peter war. Der Vater von J. Petreius nannte sich ebenfalls Petrus Peter (der Jüngere), weshalb es häufig zu Verwechslungen kam. J. P. druckte in Nürnberg zum Schluß am Oelberg unterhalb der Festung so bedeutende Drucke wie "De revolutionibus orbium coelestium" von Copernikus. Berühmt war er auch für seine sauberen und fast fehlerfreien Notendrucke. Johannes Petreius Frau war Barbara Neudörfer, die Schwester des bekannten Rechenkünstlers Johann Neudörfer. Neben seiner Druckertätigkeit war er in gleichen Maße selbst Gelehrter und absolvierte ein Studium an der Universität in Basel mit dem "baccalaureus artium". Anfangs korrigierte er noch die Drucke bei seinem Verwandten Adam Petri in Basel.


Sein Druckerzeichen beschreibt das Bibelzitat "Das Wort Gottes ist feurig und durchdringender als ein zweischneidiges Schwert."















 

 

 

 

Johannes und Adam Petri nannten sich in vielen ihrer Drucke als Bürger Basel´s mit Herkunft aus Langendorf, wie in dem ersten von Johann Petri selbst firmierten Druck "Opera omnia Divii Ambrosij" aus dem Jahr 1506 oder darunter  in einem Druck Adam´s aus dem Jahr 1515 mit Gruss an die Leser.

 

 

Der bereits in Basel geborene Sohn Adam Petri´s, Heinrich Petri (geb. 1508) führte den Familienbetrieb weiter.
Am 31.12.1527 wird auch er ein Mitglied der Safranszunft und heiratete 2 Jahre später Dorothea Hütschy. Sie wurde 1564, wie auch zweier Heinrich´s Töchter von der Pest dahingerafft.
1565 heiratet er zum zweiten mal. Es ist Barbara Brand, die Witwe des im selben Jahr verstorbenen Hieronymus Froben.
Der Verlag wuchs unter Heinrich P., nicht zuletzt wegen des Einflusses seines gelehrten Stiefvaters Sebastian Münster, beträchtlich. Neben den theologischen Schriften erschienen in zunehmenden Maße auch wissenschaftliche Abhandlungen in Gesamtausgaben.
Im Jahr 1556 schließlich wird Heinrich von Kaiser Karl V. geadelt.

Nach dem Tode Heinrich´s führt dessen Sohn Sebastian Henric-Petri (*1546, gest. 1627) die Druckerei weiter, die sich in dieser Zeit "Officina Henricpetrina" oder auch nur "bei den Henric-Petrinischen" nennt.
Viele, schon bei Heinrich entstandenen Drucke werden bei Sebastian neu aufgelegt. Der Dreißigjährige Krieg läßt die Einnahmen langsam versacken und selbst Bücher mit einstmals hoher Nachfrage wie Sebastian Münster´s Cosmographia, können den Verlag  -trotz kostengünstiger Neuauflagen-  nicht mehr retten.
Am 26. März 1626 ging der Verlag in Konkurs.

Auch Heinrich Petri und seine Nachfolger benutzten weiterhin das Druckerzeichen, welches die Bibelstelle aus Jeremias 23,29 symbolisiert: "Ist nicht mein Wort wie Feuer, spricht der Herr, wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?"

Auch heute noch findet sich dieses Druckerzeichen in Büchern des Schwabe-Verlages. Nach Konkurs der Petri´s Mitte des 17. Jahrhunderts verliert sich der Name Petri allmählich. Die Geschichte der Druckerei bzw. des Verlages lässt sich allerdings weiterverfolgen. So gelangt sie über die Namen Decker, Thurneysen, und Schweighauser im Jahr 1868 an Benno Schwabe. Mit seinem Namen wird das Erbe der Petri´s bis zum heutigen Tag fortgeführt.
(http://www.schwabe.ch)

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